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Pferderassen - Übersicht

Belgisches Kaltblut (Brabanter) im Rasseportrait

Belgisches Kaltblut, Brabanter, Flämisches Pferd oder auch Flamländer. Alle vier Rassebezeichnungen meinen dieselbe Pferderasse, die offiziell unter dem Namen Belgisches Kaltblut eingetragen ist. Heute ist der Brabanter die am weitesten verbreitete Kaltblutrasse und wird vor gewöhnlichen Kutschen sowie auch als Rückepferd (Forstarbeit) eingesetzt.

Steckbrief:

Herkunft Belgien
Hauptzuchtgebiet Belgien
Verbreitung Europa
Stockmaß 165-173 cm
Farben Überwiegend Schimmel (rot, braun, blau)
auch (Dunkel-) Braune und Falben
Charakter Zuverlässig und lebhaft zugleich
Erscheinungsbild Schweres Arbeitspferd mit muskulösem Rumpf
Herausstellungsmerkmal Starkes Zugpferd mit raumgreifendem Schritt
Haupteinsatzgebiet Zugpferd, Landbewirtschaftung
Belgisches Kaltblut Das Belgische Kaltblut ist sowohl fleißig als auch sanftmütig.

Einsatzgebiete: Passt ein Belgisches Kaltblut zu mir?

Der Brabanter, auch unter dem Namen belgisches Kaltblut bekannt, braucht einen Besitzer, der ausreichend viel Arbeit zur Verfügung hat und mit seinem Pferd ein echtes Team bilden möchte, um gemeinsam schwere Lasten zu bewegen.

Da dieses Pferd für seine Sanftmütigkeit und sein ruhiges Wesen bekannt ist, darf sein Besitzer auch gerne etwas temperamentvoller sein, da sich der Brabanter nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Der Brabanter passt gut zu Menschen, die im Wald arbeiten und dort Bäume fällen oder diese aus dem Weg schaffen müssen. Das kräftige Zugpferd zieht auch schwerste Stämme zuverlässig dorthin, wo diese auf Wagen verladen werden sollen.

Um die schweren Stämme zu ziehen werden schwere Kaltblüter mit massigem Körperbau bevorzugt. Ein oder maximal zwei Pferde werden hierzu mit einem speziellen Geschirr angespannt, um gefällte Baumstämme zum nächstgelegenen Forstweg zu transportieren. Die Pferdehufe verursachen kaum Flurschäden und es muss kein zusätzlicher Weg präpariert werden, denn die trittsicheren Pferde bewegen sich auch im unwegsamen Gelände sicher fort.

Auch Personen, die eine Kutsche besitzen und diese gerne gewerblich nutzen möchten, wären potenzielle Besitzer eines Brabanters, der die Kutsche und ihre Fahrgäste zum Sightseeing durch Straßen und Gassen ziehen könnte. Aber auch ein traditioneller Bauer, der sein belgisches Kaltblut vor den Pflug spannt, würde gut zu dieser Pferderasse passen.

Körperbau und Aussehen

Brabanter auf Koppel Brabanter sind meist Schimmel, es gibt aber auch Braune, Rote und Blaue.

Fellfarben

Auf den ersten Blick fällt die auffällige Fellzeichnung ins Auge. Die meisten Belgischen Kaltblüter sind Schimmel mit den Farbrichtungen Rot, Braun oder Blau. Es gibt aber auch Falben und Braune sowie Dunkelbraune. Von Karpal- beziehungsweise Sprunggelenk abwärts sind die Beine in der Regel schwarz. Aber auch gewöhnliche Farben wie Braune, Falben und Schimmel sind unter den Brabantern anzutreffen.

Exterieur

Der Körperbau ist gänzlich auf die Zugarbeit ausgerichtet. Mit der tiefen und breiten Brust in Kombination mit einer kräftigen Schulter sind ideale Voraussetzungen gegeben, die Zugkraft vom Pferd auf das Geschirr und schließlich die Last zu übertragen. Der Brabanter wirkt so kräftig und breit - er kann ein Gewicht von bis ca. 1.200 kg haben und ist damit ein echtes Schwergewicht. Der Kopf wirkt im Vergleich zum Körper dafür eher schmal. Die starke Hinterhand mit ausgeprägter Bemuskelung ist hervorragend geeignet, Schub zu entwickeln. Dabei wirken die mittellangen Beine eher kurz - die Kruppe ist gespalten. Der Blick ist aufmerksam. Zudem ist das Belgische Kaltblut mit einer Doppelmähne und reichlich Behang bzw. Kötenbehang ausgestattet. Der Schweif ist außerdem recht tief angesetzt - die Gelenke sind sehr stabil, die Hufe groß und flach.

Bewegungen

Auffällig ist der raumgreifende Schritt, der trotz des massigen Körperbaus von bis zu 1.200 Kilogramm ein zügiges Vorankommen ermöglicht. Dies ist auf die schubstarke Hinterhand und die zugstarke Vorhand zurückzuführen. Die Bewegungen des Brabanters wirken harmonisch und ökonomisch. Der Galopp ist als locker zu beschreiben.

Charakter

Brabanter auf Koppe Das Belgische Kaltblut ist arbeitswillig und braucht Beschäftigung.

Arbeitswillig und hochkonzentriert, dennoch mit großer Ruhe und Sanftmütigkeit verrichtet das Belgische Kaltblut seine Arbeit gemeinsam mit dem Menschen. Ob vor dem Planwagen oder beim Baumstämme-Rücken im Wald, auf das Belgische Kaltblut ist in unübersichtlichen Situationen Verlass.

Nervosität oder Hektik sind dem Brabanter fremd. In Zusammenarbeit mit dem Menschen sind die Kaltblüter freundlich und behutsam. Außerdem zeichnen sie sich durch hohe Lernbereitschaft aus.

Gesundheit & Haltung

Das Belgische Kaltblut gilt als sehr gesunde und robuste Pferderasse. Die Kaltblüter haben mit 25 bis 30 Jahren eine recht hohe Lebenserwartung.

Wenn Du Dir ein Belgisches Kaltblut anschaffen möchtest, solltest Du folgendes beachten: Da es sich um besonders große und massige Tiere handelt, muss auch das Zubehör etwas größer ausfallen. Sättel, Geschirre und Halfter brauchst Du also speziell für Kaltblüter.

Früher mussten die Kaltblüter schwere Arbeiten verrichten und bekamen dementsprechend mit Hafer, Weizen und Stroh perfekt abgestimmtes Futter. Heute haben Brabanter ein eher "faules" Leben und können bei zu intensiver Fütterung schnell verfetten. Zudem wird ihr intensiver Mineralstoffbedarf unterschätzt, was degenerative Gelenkerkrankungen, Ekzeme, Mauke oder Kotwasser zur Folge haben kann. Es ist also wichtig, täglich ausreichend Spurenelemente wie Zink, Mangan, Selen oder Kupfer zuzufüttern.

Herkunft und Zucht

Brabanter ziehen Pflug Brabanter waren früher vor allem Schlacht-, Streit- und Zugpferde - heute arbeiten sie in der Kutschfahrt.

Ursprung

Das Belgische Kaltblut ist besser bekannt unter dem Namen Brabanter und zählt zu den ältesten Pferderassen der Welt. Seinen Namen verdankt die Rasse dem Hauptzuchtgebiet im belgischen Brabant, wo auch heute noch die meisten Pferde dieser Rasse gezüchtet werden. Dort hat es seinen Ursprung wohl im Flandrischen Pferd. Das Stammbuch der Brabanter wurde 1886 eröffnet - in dieser Zeit gab es eine strikte Auslese und die Zucht wurde auf drei Blutlinien (Colosses de la Mahaique, Gros de la Dentre und Gris des Hainot) reduziert, um die Rasse rein zu halten (Reinzucht). Seine Herkunft geht jedoch vermutlich bis auf die Zeit des römischen Reiches oder noch weiter zurück.

Einsatzgebiete

So soll das Belgische Kaltblut im Mittelalter bereits als Streitross bei Schlachten eingesetzt worden sein. Beliebt war der Brabanter vor allem als landwirtschaftliches Zugpferd - seiner Stärke wegen. Da mit dieser Stärke aber auch ein wuchtiger Körper einhergeht, wurde es auch als Fleischlieferant gehalten. Nach der Motorisierung in der Landwirtschaft war das Belgische Kaltblut dort weniger gefragt und fungiert seitdem meist als Kutsch- bzw. Wagenpferd.

Zucht & Veredelung mit Brabantern

Brabanter wurden ab Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts häufig zur Begründung und Veredelung neuer Kaltblutrassen verwendet, unter anderem für das Rheinisch-Deutsche Kaltblut. Viele Länder holten sich die Brabanter, um ihre eigenen Kaltblüter zu züchten - in vielen Kaltblütern fließt deshalb Brabanterblut. Von ihm stammt deshalb auch der Amerikanische Belgier (auch Vlaams Pferd oder Belgian Draft Horse genannt), der in den USA gezüchtet wird, ab.

Reinzucht

Da die Kaltblüter mit der Zuchtmethode der Reinzucht gezüchtet wurden, wurden auch andere Pferderassen zur Veredelung hinzugezogen. Darunter beispielsweise Noriker, Percheron und Ardenner.

 

Du möchtest Dir ein Belgisches Kaltblut kaufen? Dann musst Du bei erwachsenen Tieren mit Preisen ab 1.500 €, meist ab 2.000 € rechnen. Der Preis hängt natürlich immer von Alter und Elterntieren ab.

 


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