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Ratgeberübersicht Hühnerrassen

Sundheimer Huhn im Rasseportrait - Haltung, Herkunft, Körperbau

Kraienköppe Die Sundheimer Hühner haben immer eine schwarze Columbia-Zeichnung auf weißem Grund. (Einfach klicken zum Vergrößern)

Noch steht das Sundheimer Huhn auf der "roten Liste" - doch die älteste Zwiehuhnrasse Deutschlands erfreut sich wachsender Popularität. Kein Wunder, Sundheimer sind eine ideale Hühnerrasse für Selbstversorger, Bio-Höfe und Hobby-Halter. Die robusten Sundheimer sind gute Futterverwerter, ruhig im Umgang und bringen eine gute Legeleistung - selbst im Winter.

Kurzinfo:

Gewicht Henne 2,5 - 3,0 kg
Größe Henne 20 mm Ringgröße
Gewicht Hahn 3,0 - 3,5 kg
Gewicht Hahn 22 mm Ringgröße
Legeleistung im Jahr ca. 220
Eiergewicht 55 g
Farbe Eier Creme bis Braun (hell bis dunkel, teils gesprenkelt)
Farben Gefieder weiß-schwarzcolumbia bei Hahn und Henne
Herkunft Deutschland, Sundheim und Umgebung (Baden)
Besonderheiten älteste Zweinutzungsrasse, Federfüße,
Zwergrasse existiert, als gefährdete Nutztierrasse
gelistet (KAT IV)

Äußerliche Merkmale beim Sundheimer

Das Sundheimer Huhn überzeugt mit einer prächtigen Optik. Sowohl Hahn als auch Henne haben eine schwarze Columbia-Zeichnung auf weißem Grund und befiederte Läufe. Diese sogenannte Bestrümpfung zieht sich an der Außenseite der Beine und Zehen. Anerkannt ist nur dieser eine Farbschlag. Auf dem weißen Kopf sitzt ein roter Einfachkamm, der bei den männlichen Tieren leuchtend rot ist. Bei den Weibchen fällt die Farbe blasser aus. Erst die Halsfedern weisen die schwarze Zeichnung auf. Körper und Läufe sind weiß gefiedert. Am Schwanz finden sich wieder schwarze Federn. Bei den Hähnen sind die charakteristisch sichelförmigen Schwanzfedern besonders imposant. Ausgewachsene Gockel wiegen bis zu 3,5 kg. Erwachsene Hennen sind rund ein Kilo leichter. Die Ringgröße beträgt bei männlichen Tieren 22 mm und 20 mm bei weiblichen Tieren.

Temperament der Sundheimer

Sundheimer sind ruhig im Umgang. Sie gelten als ausgeglichen, zutraulich und gut zähmbar. Die Tiere gewöhnen sich schnell an die Halter. Selbst mehrere Hähne können problemlos gemeinsam gehalten werden. Eine besonders gute Verträglichkeit lässt sich erreichen, wenn die Tiere zusammen aufwachsen. Die Hähne krähen in Maßen und eher verhalten. Insgesamt sind die Sundheimer als intensive Futtersucher bekannt und verbringen den Großteil ihrer Zeit damit, im Gras zu picken oder Insekten nachzujagen. Flugversuche unternehmen sie kaum, die Rasse gilt als Nichtflieger.

Ursprung und Geschichte der Rasse Sundheimer

Sundheimer Huhn Die Hühnerrasse legt auch im Winter regelmäßig Eier.

Die Zuchtgeschichte der Sundheimer begann Mitte des 19. Jahrhunderts in Baden. In Sundheim und Umgebung waren die Bauern bestrebt, die Landhühner zu veredeln. Eingekreuzt wurden etwa Brahma, Dorkings und Wanzenauer. Nachdem die Zuchtversuche von Erfolg gekrönt waren, kam es im Jahr 1886 zur Gründung der ersten Zuchtgemeinschaft. Das Sundheimer Huhn war damals als schnellwüchsiges und leicht mästbares Huhn bekannt. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgt eine Re-Evaluierung der Zuchtziele der Rasse. Fortan sollte das Sundheimer Huhn nicht nur als Masthuhn dienen, sondern auch eine ordentliche Legeleistung aufweisen. Seither wird das Sundheimer Huhn als Zweinutzungsrasse mit betonter Fleischleistung gezüchtet.

Rote Liste der bedrohten Haustierrassen

In jüngerer Vergangenheit stand das Sundheimer Huhn auf der "roten Liste" für bedrohte Haustierrassen. Im Jahr 2013 gab die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) an, dass es nur 234 Hähne und 865 Hennen gab. Inzwischen hat sich die Situation gebessert und die Sundheimer sind nur noch zur Beobachtung auf der Liste. Laut Zuchttierbestandserfassung im Jahr 2020 gab es 306 Zuchten mit insgesamt 531 Hähnen und 2097 Hühnern.

Wirtschaftlichkeit

Sundheimer sind eine Zweinutzungsrasse mit betonter Fleischnutzung. Das bedeutet, dass beide Geschlechter groß gezogen werden. Je nach Stamm können Sundheimer Hennen ab einem Alter von etwa sechs Monaten bis zu 220 Eier pro Jahr legen. Das Ei eines Sundheimer Huhns ist dabei nur etwas kleiner als von einem Hybrid-Huhn. Stämme mit geringerer Legeleistung (etwa 150 bis 200 Eier jährlich) punkten mit Langlebigkeit. Selbst im 4. und 5. Lebensjahr können solche Hühner dieser Rasse noch drei bis vier Eier pro Woche legen. Die Sundheimer gelten als gute Winterleger. Zwar geht die Legeleistung in der kalten Jahreszeit in der Regel etwas zurück, doch lassen sich auch im Winter zuverlässig Eier in den Nestern finden. Dem ursprünglichen Zuchtziel als Fleischlieferant geschuldet, ist das Sundheimer Huhn leicht mästbar. Das Fleisch der Sundheimer ist weiß und gilt als delikat und zart. Seit dem Jahr 2014 zählt das Sundheimer Huhn zur "Arche des Geschmacks" von Slow Food Deutschland.

Gibt es verschiedene Zuchtformen oder Varianten der Hühnerrasse?

Eine Variante sind Zwerg-Sundheimer. Hähne der Zwerg-Rasse wiegen etwa 1,1 kg, Hennen nur 0,9 kg. Die Legeleistung liegt bei rund 160 Eiern pro Jahr. Ein Ei der Zwerg-Sundheimer wiegt etwa 45 Gramm. Außer dem Größenunterschied ähneln sie die Zwerg-Rasse und die Original-Rasse optisch stark.

Die Haltung und Pflege.

Sundheimer gelten als genügsam und pflegeleicht. Damit die Hühner ein gesundes und möglichst langes Leben führen, sollten einige Details bei der Haltung und Pflege gegeben sein. Vor allem an Regentagen ist die Hygiene wichtig. Aufgrund der Federfüße gibt es ein größeres Risiko für nasses, verschlammtes Gefieder. Das wiederum erleichtert die Ausbreitung von Parasiten.

Diese 8 Dinge sind zu beachten:

  • Hühnerstall, der vor Wind und Wetter schützt und gegen Ungeziefer und Räuber abgedichtet ist
  • Stall ausgestreut mit Holzspänen oder Streu
  • niedrig angebrachte Sitzstangen (alle auf gleichem Niveau)
  • pro Huhn mindestens 10 bis 15 qm Fläche Auslauf
  • fester, bewachsener Untergrund (Gras, Wiese mit Kräutern)
  • Sträucher und Obstbäume, beides zum Verstecken und Suchen von Futter wie Fallobst und Insekten
  • möglichst keine unbewachsene Erde, da das weiße Gefieder schnell verschmutzt, insbesondere bei Regen und Verschlammung
  • Sandkuhle (möglichst sonniger Standort)

Ist die Haltung in der Stadt oder durch Anfänger möglich?

Sundheimer Huhn Sundheimer Hühner sind auch für Anfänger geeignet.

Sundheimer sind robust, stellen nicht viele Ansprüche und lassen sich schon durch einen relativ niedrigen Zaun (mindestens 1 m Höhe) abschrecken. Diese Eigenschaften machen sie für Anfänger und die Stadthaltung interessant. Insbesondere ein Mobilstall, der etwa alle drei bis sechs Wochen verstellt wird, ist gut für Sundheimer geeignet und kann in vielen Stadtgärten problemlos untergebracht werden. Wichtig ist, dass es keine Schlupflöcher gibt, da Sundheimer als neugierig gelten und jede Gelegenheit zum Ausbrechen nutzen könnten.

Wie sieht die optimale Fütterung der Hühner aus?

Sundheimer sind beim Futter nicht pingelig. Hygienisch sauber müssen Futtermittel und Tränken jedoch immer sein, um die Ausbreitung von Infektionen und Parasiten zu verhindern. Ab der 16. Lebenswoche sind eine gute Körnermischung und gutes Legemehl (je zu gleichen Teilen) eine gute Option. Je weniger reichhaltig die Begrünung des Auslaufs ist, desto mehr Grünfutter wie Küchenabfälle und Gemüsereste sollte zusätzlich gegeben werden. Brot, Kartoffeln oder Nudeln können gelegentlich als Leckerli gegeben werden.

Was es noch zu beachten gibt

Als ursprüngliche Masthuhnrasse neigen die Sundheimer zu Fetteinlagerungen, wenn sie zu üppig gefüttert werden und zu wenig Bewegung haben. Für die Hähne gilt während des Federwachstums, dass carotinhaltiges Futter reduziert werden sollte, da ihr Gefieder sonst einen Gelbstich entwickeln kann. Das übliche Futter kann dazu einfach mit Weizen gestreckt werden. Möhren sind in der kritischen Zeit zu meiden.

Wissenswertes zu Brut und Zucht

Werden Hennen und Hähne gemeinsam gehalten, kann es zwischen März und Oktober Nachwuchs geben. Die Sundheimer Hennen gelten als nicht übermäßig brutwillig. Pro Glucke werden durchschnittlich zehn Eier bebrütet. Sollten sich die eigenen Hühner als nicht brutwillig herausstellen, kann eine Brutmaschine oder eine Leihhenne hilfreiche Dienste leisten. Die Küken sind frohwüchsig und entwickeln sich schnell. Mit zwei Monaten sehen sie bereits fast aus wie die Alttiere.

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